Das ausgestorbene Geschlecht

                                                           von L├╝chau

Wie in der Geschichte von Konradsreuth spielen auch in den Orten um Leupoldsgr├╝n die Herren von L├╝chau die wichtigste Rolle. Enoch Widmann nennt die L├╝chauer in seiner Chronik der Stadt Hof eines jener Geschlechter den altvogtl├Ąndischen Adels die sich um die Gr├╝ndung der Stadt Hof besondere Verdienste erwarben, und meinte damit wohl die Ummauerung der befestigten Neustadt, welche 1260 abgeschlossen war. Eine Urkunde von 1266 nennt einen Ritter de Conradsrute, der sich zweifellos nach seinem Herkunftsort nannte, aber deswegen ein L├╝chauer gewesen sein d├╝rfte denn auch die Tr├Ąger dieses Namens nannten sich Conrad.

Zun├Ąchst m├╝ssen wir feststellen, dass in Norddeutschland mehrere Ortsnamen dieses Wortstammes noch heute bestehen, so L├╝chow nahe L├╝neburg, bei Lauenburg, bei Mecklenburg-Schwerin, in Th├╝ringen und in der Lausitz, jedoch keinesfalls im Vogtland. Die fr├╝hen urkundlichen Nennungen variieren den Namen auch in mannigfaltig als Lubechowe, Lubechove, Lubchawe, Lubchowe, Louchawe, Luchow, Louchau, Lobichau, Lubichau usw.

Betrachten wir die Ortsnamen in deren Gemarkung sie im 13.und 14. Jahrhundert Sitze errichteten oder ├╝bernahmen, so sto├čen wir stets auf Eigennamen als Wurzel, also Personennamen, wobei wir zun├Ąchst ganz au├čer Betrachtung lassen, da├č der Gr├╝nder von Konradsreuth ein rodender Bauer lange vor den Conraden der sp├Ąter nachweisbaren L├╝chauer gewesen sein k├Ânnte. Doch finden wir ebenso einen Hartung in Hartungs, einen Leupold in Leupoldsgr├╝n, einen Libhart oder Liphart in Lipperts einen Eppelein in Epplas usw.

Durchstreifen wir die Geschichte und Genealogien ├Ąhnlich lautender adeliger Geschlechter, so finden wir die Luchow oder Lochow, sowie die Laucha, welche als Stammv├Ąter der fern vom Vogtland urkundlich genannten Ritter ├Ąhnlicher Wortpr├Ągung anzusehen sind.

Alban Freiherr von Dobeneck wies in seiner Untersuchung zur Genealogie der L├╝chauer im Vogtland (Archiv f├╝r Geschichte von Oberfranken, 24.Band 1911 S. 21 ff) bereits auf die Schwierigkeiten der Unterscheidung hin w├Ąhrend Berthold Schmidt in dem ersten Band der Urkunden der V├Âgte von Weida, einer chronologisch geordneten Stoffsammlung, keine Hinweise auf die offensichtlich unterschiedlichen Familien brachte. So m├╝ssen schon allein durch die erhebliche r├Ąumliche Trennung die folgenden Regesten vom Bezug auf die vogtl├Ąndischen L├╝chauer ausgeschieden werden :

1284          Heinricus de Lucowe ist f├╝r Markgraf Heinrich von Mei├čen Zeuge, als er dem Kloster Buch das Dorf Lyzowe unter Erlassung aller Zinsen stiftete.

                  Sch├Âttgen und Krey├čig , Dipl. et script. hist. germ. II/VIII.

1304          Christianus de Luchowe et fratres sui hat von Otto von Lichtenhayn G├╝ter zu Lehen welche Bischof Ulrich von Naumburg dem Kloster B├Âsau zum Besitz best├Ątigte.

                  Sch├Âttgen und Krey├čig Dipl. et script. hist.germ.II/418

1324          Heinrich von Louchaw ist Zeuge f├╝r Landgraf Friedrich von Th├╝ringen bei einem Vertrag des Vogtes von Plauen;  ebenda II, 478

1349          werden genannt Henricus et Bertoldus de Luchow, Heinricus et Nycolaus de Luchow, Theodoricus de Luchow.

1351          finden wir Heinrich von Louchau oder von Lowcho im Gefolge des Landgrafen Friedrich von Th├╝ringen (ebenda II, 543),                   sowie Theodoricus de Luchowe unter den V├Âgten von Weida bei

                  Stiftungen f├╝r die Kirche in Bibra (Schmidt, Urkundenbuch der V├Âgte).

1397          Heinrich von Laucha mit Sohnhans bei Auftragung einer Kemenate zu Fronst├Ądt an den Grafen zu Schwarzburg (Henneberger  Lehenbuch), usw.

 

S├Ąmtliche Eigennamen f├╝hren in einer Zeit als wir die L├╝chauer als "Lubechove" westlich von Hof beurkundet wissen in die Umgebung von Naumburg. Auch wurde das Dorf Lucka, n├Ârdlich von Roda bei Altenburg Luchawe oder Luchow geschrieben ohne da├č die Familie des Namens nachweisbar ist. Wir m├╝ssen aber einr├Ąumen, da├č alle diese Angaben eine gemeinsame Wurzel f├╝hren m├╝ssen den ein Ort dem weitver├Ąstelten Geschlecht gab.

Hierzu geh├Ârt zweifellos auch das Dorf L├Âbichau nahe Gera, ferner Gro├č-L├Âbichau bei Jena, das 1252, 1250 und 1287 wie die L├╝chauer bei Hof Lubichowe oder Lubechowe 1256 ferner Lobichowe (1353) geschrieben wurde. Die L├╝chauer um Leupoldsgr├╝n /Hartungs m├╝├čten sich demnach im 13. Jahrhundert von dem Jenauer Stamm abgespalten haben, wozu zahlreiche Regesten im Urkundenbuch Jena Hinweise bieten wobei 1283 ein Petrus, 1301 ein Conradus de Lobichau miles (?), 1304 ein Peter, 1357 ein Heinrich, 1298 ein Nicolaus genannt sind. von Dobeneck macht darauf aufmerksam, da├č nahe diesem Ort L├Âbichau die Veste Lobdaburg stand und die Lobdaburger k├Ânnten sogar jene Herren gewesen sein, welche die L├╝chauer als Gefolgsleute in das Regnitzland brachten.

Der 1301 schon genannte Conradus de Lobichau miles m├╝├čte dann der Sohn jenes 1266 genannten Conradus de Conradsrute gewesen sein, also der Sohn des mutma├člichen Gr├╝nders von Konradsreuth und aller Wahrscheinlichkeit der Erbauer der Burg Hartungs, wie ja auch Ritter de Lubechowe weiterhin in und um Jena beurkundet sind, als der vogtl├Ąndische Zweig l├Ąngst in einer Geschlechterfolge urkundlich erfa├čbar sind. von Dobeneck war die Urkunde im Hauptstaatsarchiv Dresden mit dem erw├Ąhnten Conradus de Konradsrute nicht bekannt. Deshalb begann er seine Stammfolge erst mit dem mutma├člichen Sohn, wie h├Âchstwahrscheinlich auch nie weitere Urkunden zur Beweisf├╝hrung dieser logischen genealogischen Schlu├čfolgerungen aufgefunden werden d├╝rften. Was an fr├╝hen Urkunden in den staatlichen Archiven auf unsere Zeit her├╝bergerettet wurde, ist l├Ąngst in Repertorien und Regestensammlungen aufgenommen und bekannt .

So k├Ânnte Conradus de Lubechowe, Zeuge f├╝r Vogt von Weida bei der Verleihung von G├╝tern in Rudelswalde an die St. Martinskirche zu Crimitschau noch jener Konrad von 1266 gewesen sein (1282) sowie 1282 und 1288 als Vasall der V├Âgte Heinrich von Weida als Stifter eines Zehnten um Hof an das St. Clarakloster zu Eger. W├Ąhrend Cunrad von Lubichau Mars oder mors (kaum lesbar) der gleichnamige Sohn gewesen sein d├╝rfte von Dobeneck r├Ąumt auch ein verst├╝mmeltes "miles" = Ritter ein denn ein Cunradus de Lubechowe miles ist 1296 Zeuge als der Vogt Heinrich von Weida dem Nonnenkloster daselbst Pfr├╝nden der Peterskirche verleiht. Ebenso ist dieser Ritter 1301 als Conradus de L├Âbichau miles Zeuge f├╝r Markgraf Friedrich von Mei├čen bei Stiftungen aus dem Einkommen der Michaeliskirche Jena an das Kloster Roda . Der Beinamen mars (?) erscheint 1288 in dem Vertrag der V├Âgte von Weida und Plauen ├╝ber die "WegloszÔÇť Weglassung von Landleuten aus dem Hofer Umland, dem Regnitzland, aus ihrem Lehensverh├Ąltnis, um als Handelsleute in die nun ummauerte Stadt Hof zu ziehen. Sowohl Pfarrer Biedermann, als auch von Dobeneck setzen diesen Konrad von 1288 ff als Stammherrn des Geschlechtes ein wenn, auch Biedermann behauptet dieser w├Ąre mit einer Maria von Weida verehelicht gewesen. Hier liegt eine Verwechslung mit dem j├╝ngeren Kotzauer auf Gattendorf vor, denn eine Urkunde von 1300 weist aus, da├č des Conrad II von L├╝chau Schwiegervater Dietrich von Go├čnitz war. Also war die Gemahlin eine von G├Â├čnitz.

In dieser fr├╝hen Gr├╝nderzeit ist leider die Geschichte von Konradsreuth und Hartungs nicht sicher zu trenen. Es gibt keine Urkunde, aus der zu schlie├čen ist, ob schon der sich nach Konradsreuth nennende Conrad oder jener mit dem Beinamen Mars oder mors oder miles die Wasserburg Hartungs mit dem zweifachen Graben erbaute.

R├Ątselhaft ist nach wie vor die Flurbezeichnung n├Ârdlich der Autobahnunterf├╝hrung bei Lipperts ÔÇ×das alte Dorf" eine alte Wustung, deren Namen uns vielleicht l├Ąngst bekannt, aber ├Ârtlich nicht festzulegen ist. Die radial um einen ehemaligen Dorfteich angelegte Siedlung besa├č jedoch keinen Rittersitz, weil das in der Fluraufteilung erkennbar w├Ąre. Vielmehr ist ein mit Graben und Wall umgebenes festes Haus im westlichen Teil des Dorfes Lipperts archivarisch gesichert . Doch hiervon sp├Ąter !

Gesichert ist, da├č s├Ąmtliche Herren von L├╝chau im Regnitzland einen wei├čen Schild f├╝hrten, der von einer blauen L├Ąngsbinde senkrecht durchzogen war, ├╝ber dem Turnierhelm einen offenen Adlerflug beiderseits mit sieben gr├╝nen Lindenbl├Ąttern besteckt. Durch die Aufgabenstellung, eine Geschichte der im Gemeindeverband vereinigte Orte zu schreiben, nicht eine Genealogie der dominierenden Geschlechter, mu├č versucht werden, aus den oft sp├Ąrlichen Angaben Zusammenh├Ąnge innerhalb der einzelnen Ortsgeschichten zu finden, wobei darauf hingewiesen werden mu├č, da├č in den Lehenbriefen auch au├čerhalb des heutigen Gemeindebereiches liegende Orte genannt sind, durch die Verwandtschaft der Geschlechter bald Conradsreuth, bald Hartungs den Lehensherren ├╝ber wechselnden Familienbesitz und die Senioratslehen, welche dem ├ältesten des Geschlechtes vorbehalten waren, stellten. Diese Hinweise sollen die Schwierigkeiten einer solchen lokalen Gesichtsschreibung aufzeichnen.

Konradsreuth war zweifellos die fr├╝heste Anlage der L├╝chauer. Vielleicht sind sogar die Grabenreste im hinteren Schlo├čpark, welche eine langgestreckte Insel umfassen, noch ├Ąlteren Ursprungs. Ohne Grabungsbefunde von den Fundamenten der einstigen Wasserburg mit den zweifachen Umfassungsgr├Ąben k├Ânnen keine zuverl├Ąssigen Feststellungen getroffen werden. Doch sind sowohl in Hartungs wie auch in Lipperts doppelte Gr├Ąben aktenkundig.

Diese Anlagen des hohen Mittelalters entstanden nicht aus Laune einiger Ritter, sondern im Zusammenhang mit der Sicherung und Kontrolle alter Verkehrswege, die schon vor Ummauerung der Stadt Hof und Erhebung zu einem Handelsplatz als Saumpfade vorhanden waren und mit Tragtieren begangen wurden. Hartungs, wie auch Lipperts waren einwandfrei Gr├╝ndungen der L├╝chauer auf Conradsreuth, Epplas, W├Âlbattendorf gleichfalls befestigte Pl├Ątze mit Turmh├╝gelburgen dieses Geschlechtes.

Neben dem Motiv der Stra├čensicherung mag im ausgehenden Mittelalter auch allgemein die im niederen Adel g├╝ltige Forderung beigetragen haben, dass m├╝ndig gewordene S├Âhne zur Heirat und Gr├╝ndung eines eigenen Hausstandes einen eigenen Sitz nachweisen mussten, was im Mittelalter in der Regel zur Erbauung neuer Rittersitze, d.h. mit Wall und Graben bewehrter fester H├Ąuser f├╝hrte.

Die Kette fester Pl├Ątze von Wei├čdorf - Uprode ÔÇô M├╝nchberg ÔÇô Konradsreuth ÔÇô Pretschenreuth - W├Âlbattendorf - K├Âditz, Forsteck- Saalenstein - Isaar ÔÇô T├Âpen wie auch die ├Âstlich von Hof erkennbare Verbindung Konradsreuth - Unterpferd - Kotzau - D├Âhlau - Tauperlitz ÔÇô Feilitz - Trogen - M├╝nchenreuth ... kann unm├Âglich zuf├Ąllig als Urstra├če in S├╝d - Nordrichtung erstanden sein, sie zeigte vielmehr die k├╝rzeste Verbindung vor Entstehung von Hof auf. ├ähnliche Erkenntnisse lassen sich im Dreil├Ąndereck Rehau - Pilgramsreuth und Nentschau nachweisen, wie auch im Selbitztal zwischen Schauenstein und Blankenstein.

In diesem Zusammenhang mu├č auch darauf verwiesen werden, da├č ein so sp├Ąter Zeitpunkt zur Neuerbauung einer gr├Â├čeren Wasserburg in Hartungs und einer kleineren in Lipperts nicht glaubhaft erscheint. Ungl├╝cklicherweise wurden in beiden Orten die Gr├Ąben mit dem Wall v├Âllig beseitigt. In Hartungs wird 1493 noch von Sitz und Schlo├č mit dem Graben, 1539 aber von der Behausung mit zweien Gr├Ąben geschrieben, in Lipperts dagegen nur von einem Vorwerk. Demnach m├╝sste Lipperts j├╝nger als Hartungs gewesen sein.

Dort aber war zwischen 1376 und 1409 unter Hans II von L├╝chau eine Teilung erfolgt, wobei ferner von einer vorderen und einer hinteren Kemenate und dem Torhaus mit Torstube in den Urkunden geschrieben wird, weil Erhard von L├╝chau als Sohn des Hans II einen Hausstand gr├╝ndete, seine Schwester NN aber Petzold II Vasman heiratete und dieser dann den neueren Teil der Wasserburg bezog.

Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde diese erst im Drei├čigj├Ąhrigen Krieg zerst├Ârt. Allein schon die strategisch unm├Âglich tiefe und ung├╝nstige Lage bezeugt, da├č diese Befestigungen nicht im Zeitalter der Feuerwaffen entstanden. Der zum Wiesengrund abfallende Hang setzt voraus, da├č die Kemenaten im Untergescho├č ungew├Âhnlich hohe Verliese, Keller und Gew├Âlbe besa├čen. Leider wurde noch nie nach den Grundmauern gesucht. Da die beiden Gr├Ąben kaum bis an die im Osten vorbeif├╝hrende Stra├če heranreichten, d├╝rften die Kemenaten weiter im Westen im Wiesengrund gestanden haben und hinter dem ├Ąu├čeren Graben nur das Torhaus mit Wachstube, wobei nicht auszuschlie├čen ist, da├č der zweite Graben nur die hinter einem Innenhof liegende neue Kemenate sch├╝tzen sollte. Von zwei umlaufenden Gr├Ąben ist nichts festzustellen.


Dagegen k├Ânnen wir mit ziemlicher Sicherheit folgende Urkunden den L├╝chauern im Regnitzland also im Heimatkreis Konradsreuth - Hartungs westlich Hof zuschreiben; ohne jedoch den Zeitpunkt der Erbauung der Sitze Hartungs, Lipperts, Epplas genauer bestimmen zu k├Ânnen :

1288         13. Oktober

Cunrad von Lubichau ist Zeuge beim Wegla├čvertrag Heinrich des├älteren und des J├╝ngeren, V├Âgte von Weida , mit dem vogtl├Ąndischen Adel um lehenss├Ąssige Bauern aus dem Umland als B├╝rger in die Neustadt Hof aus ihrer Folgepflicht zu entlassen .

B.Schmidt , Urkundenbuch der V├Âgte von Weida Urkd.Nr. 230

1288         Conradus miles dominus de Lubechowe ist Zeuge , als Vogt Heinrich von Weida seine Stiftung eines Zehnten bei Hof f├╝r das St.Klarakloster zu Eger best├Ątigt.

Diese Urkunde ist in den Sicheren Nachrichten von Longolius Band IV S.167 und in B. Schmidt UB der V├Âgte Nr. 233 zu finden, jedoch fast gleichlautend auch in Urkunde Nr. 761 1335 zu finden,wobei schon von Dobeneck beide f├╝r Abschriften eines Originals bei minde    stens einem falschen Datum h├Ąlt.

1306         21. Dezember

ÔÇ×Her Cunrat von Lubchowe IÔÇťist Zeuge f├╝r die V├Âgte Heinrich von Weida und Plauen , Gera beim Familienvertrag ├╝ber die Gerichte in den Besitzungen im Regnitzland und zu Bobenneukirchen.

Originalpergament im Staatsarchiv Schleiz. Berthold Schmidt, UB der V├Âgte Nr. 387.

1314         Urkunde Stadtarchiv Eger

ÔÇ×her Chonrat von LobechouÔÇť ist mit Heinrich Murrink, Gocze von der Heide, her Jan von Dobenecke und anderen frommen Leuten Zeuge f├╝r Heinrich, Vogt von Weida bei einer Auss├Âhnung mit B├╝rgern von Eger.

1300         Konrad von Lubchawe ist mit seinem Swieger (von Dobeneck deutet dies als Schwiegervater ) Berthold von T├Âpen ("Thepener") und anderen Zeuge beim Verkauf von Lehen zu Oberleugast an das Kloster Langheim.

Monumenta Boica ÔÇĹBayerische Urkundensammlung

Damit ist bewiesen , da├č dieser Konrad von 1288/1300 mit einer von G├Â├čnitz verehelicht war .

1378         Da├č aber Hans von Lubchawe des Niclas Sohn (1347,1376, 1386) bezeugt, unter Beistand seines Vetters Hans zu Konradereuth gesessen, und seinem Bruder Konrad dem Grafen Heinrich von Henneberg Urphede schw├Ârt, l├Ą├čt auch den Besitz mehrerer Sitze zu ( April 1378).

1376         werden aber Conrad,Hans und Nickel L├╝bichauer als Br├╝der mit der Verzichtleistung auf Gut Lipharz genannt ,das darauf an den j├╝ngsten Bruder Lorenz gelangte.

Dieser ist am 28.April 1386 beim Verkauf der Veste Schauenstein durch die Br├╝der Hans und Heinrich Wolfstriegel, auch beim Verkauf des Anteils von Wigel├Ąus Zeuge.

1398         Wenn auch erst 1398 in den Ritterlehenb├╝chern die L├╝chauer Besitzungen gemeinsam genannt werden, so darf dies nicht als die Zeit der Anlage, sondern aus der ├ťbersiedlung der Burggrafen von N├╝rnberg auf die Plassenburg und damit als Markgrafen von Brandenburg aus Anla├č einer neuaufgnommenen Buchf├╝hrung gewertet werden, denn auch die Gemeinb├╝cher zur Mitschrift der abgehenden Correspondenz auf der Plassenburg liefern keine fr├╝heren Eintr├Ąge.

Untersucht man die Beurkundungen der anderen L├╝chauer Orte, so st├Â├čt man bald ebenfalls auf ├╝berraschende Notizen:

In Leupoldsgr├╝n nahm am 30. April 1333 Albert von Neitberg bei Asch (Neuberg) von den V├Âgten von Weida zu Lehen. Er erstand ein bereits ausgebautes Dorf dessen Anlage soll man den Sprachforschern glauben, von th├╝ringischen Rodungsbauern um 1100 angelegt wurde. Auch die fr├╝hmittelalterlichen Hufeisenfunde weisen nach Erkenntnissen der Arch├Ąologen in diese Periode. Die Rodungsgrenzen sind aus dem Kartenblatt 1 : 25 000 zu erkennen.

Den Ortsnamen ÔÇ×R├Âhrsteig" findet man zu dieser Zeit nicht in den Urkunden, wohl aber ├Âfters ÔÇ×W├╝stenleupoldsgriin". Wenn nun 1335 dem Ritter und Richter Hans von Wei├čelsdorf einem zu Hof beg├╝terten Weidaischen Beamten, neben Brandstein, Schlegel und Bruck auch G├╝ter in W├╝stenleupoldsgr├╝n anl├Ą├člich seiner Heirat verbrieft wurden, so mu├č letzteres schon vorher zerst├Ârt worden sein. 1330 aber sind Fehden der vogtl├Ąndischen Ritterschaft mit der Reichsstadt Eger beurkundet. 1365 kaufte das St. Klarakloster zwei H├Âfe am 25.8.1386 stiftete Heinrich der j├╝ngere Vogt von Weida dem Kloster einen Hof, ÔÇ×darauf gesessen bei den Gezeiten Konrad One und Heinrich Mering. Das selbe Gut ist gewest Hansen Murring und zinst an vier Schilling vier Pfund Heller und wollen die obgenannten Klosterfrauen getreulich sch├╝tzen und schirmenÔÇť.

1373 kaufte Burggraf Friedrich das Hofer Land von den V├Âgten, beim Ein┬ştritt seiner T├Âchter in das Hofer Kloster aus dem neu erbauten W├╝stenleupoldsgr├╝n den Hof des Widmann, von Leupoldsgr├╝n 6 H├Âfe, zwei Herbergen und eine w├╝ste Hofstatt mit den Bauern K├Ąferstein, Heinrich Meringer Kalbe, Hor, Walter, Konrad Storm und Pinter.

Die Amtsbeschreibung von 1390 bringt weitere Angaben. Nach ihr besa├čen Heinrich Schwager und Hans Schwager je einen Hof, die nach weiteren Beurkundungen freies Eigen waren.1410 besagt das Ritterlehenbuch des Burggrafen Johann III da├č Heinz Schwager und Hans und Heinz seine S├Âhne, das Gut am Bach gelegen welches sie der Herrschaft zinsbar machten. 1418 lesen wir, da├č Hans Schwager und sein Schwager Nickel einen Hof empfingen, ÔÇ×der vormals eigen gewesenistÔÇť.

Hierbei d├╝rfte es sich um den sp├Ąter 1798/1811 mit der Hausnummer 1 eingeordneten am damals noch durch das Dorf flei├čenden B├Ąchlein gehandelt haben. Dieses Anwesen scheint auch nach der Beschreibung noch sehr alte Rechte besessen zu haben.

Das Hofer Landbuch von 1502 bringt schlie├člich die Nachricht von einem herrschaftlichen umwallten halben Hof, der demnach auch befestigt war und in j├╝ngeren Urkunden als Witwensitz genannt wird. Schlie├člich wird auch ein Fr├╝hmesser ÔÇ×im OrtÔÇť genannt. Zu einem Kaplan geh├Ârt aber auch eine Kapelle, in der Messen gelesen wurden 

In Lipperts waren vor 1945 noch Grabenreste und Wallspuren zu sehen. Die Urvermessungen von 1851/53 lie├čen in den Bau- und Grundst├╝cksgrenzen noch die zentrale Lage erkennen, wobei der vorgelagerte Dorfteich wohl einen Teil des ├Ąu├čeren Grabens bildete. Nirgends wird ja best├Ątigt da├č ÔÇ×umlaufende Gr├Ąben" vorhanden waren. Doch ist ein br├╝ckenartiger Zugang zum Herrenhaus noch sichtbar. Im Gegensatz zu Leupoldsgr├╝n ist eine L├╝chauische Ansiedlung im 14. Jahrhundert beurkundet.

In Epplas das auch schon 1398 mit einem Vorwerk, sp├Ąter mit einem Sitz genannt wird,  m├╝ssen wir wiederum einen Witwensitz erkennen denn diesen hatte die Elsa von L├╝chau, des Lorenz Schwester um 1419 als Erbteil erhalten unter der Bedingung , da├č sie dieses nach ihren Tod testamentarisch an Lorenz zur├╝ckfallen lie├če.

Sie war zun├Ąchst Klosterfrau zu St. Klara in Hof dann ├äbtissin und t├Ątigte viele pers├Ânliche Erwerbungen, teils auch im Interesse der G├╝termehrung des Klosters. Neben Hofk├Ąufen ist der Betrieb des Eisenbergwerkes "Morgenr├Âte" bei Brunn interessant, wozu die Kaufurkunde Longolius in den Sicheren Nachrichten bringt. Das Mittelalter scheint nicht mit Respekt von den Klosterfrauen gesprochen zu haben, denn Elsa von L├╝chau ist fast nur als ÔÇ×die alt ElsÔÇť oder ÔÇťdie feiste Els" beurkundet.

Schlie├člich begegnet uns auch in W├Âlbattendorf zun├Ąchst ein Vorwerk, das in seinem Standort auf dem Dorfplatz bei dem Kriegerdenkmal zu suchen ist, denn es wird mit umlaufendem Graben beschrieben. Schlie├člich begegnen uns die L├╝chauer vor├╝bergehend auch in Pretschenreuth , wo sp├Ąter eine Turmh├╝gelburg der Rabensteiner auf D├Âhlau urkundlich genannt wird.

Ordnen wir diese Anlagen in das mittelalterliche Stra├čennetz ein so erkennen wir die Achsen Selbitz ÔÇô Schauenstein ÔÇô Leupoldsgr├╝n ÔÇô Konradsreuth - Oberkotzau und Konradsreuth - Hartungs -Lipperts - K├Âditz - Forsteck - Saalenstein- Issaar ÔÇô T├Âpen. Dieses Stra├čennetz kann nicht zuf├Ąllig entstanden sein. M├Âglich bleibt, da├č aus wirtschaftlichen oder strategischen Motiven, durch die Kaiser des 12. und 13. Jahrhunderts der Impuls gegeben wurde.

Bis zur Bildung der Markgrafschaft 1398 und der ├ťberlassung der Lehenshoheit an die Brandenburger wurden die Erlasse der Kaiser in den Reichsregistern aufgezeichnet. Diese liegen heute im Staatsarchiv Wien. Vielleicht ist in diesen Quellen die Kl├Ąrung dieser noch unerforschten Vorg├Ąnge zu finden.

St├╝tzen wir uns auf die Summe von Beurkundungen von der Gr├╝nderzeit bis zur b├Ąuerlichen Bewirtschaftung, so ergibt sich die Besitzfolge:

1266                    Conrad I (de Conraderute); Stammvater der L├╝chauer

1288/1314           Conrad II de Lobechowe; Heinrich Mars, (ein Bruder ??)

1335                    Conradus III dictus de Lobechowe

1354/66               Hans I gestorben vor 1376 (?), verheiratet mit Catharina NN .

1376/1419           Hans II Teilung von Hartungs zur Doppelburg mit Torhaus, vorderer und hinterer Kemenate, zwei Wassergr├Ąben:

1409 Kemenate I: Petzold Vasmann, Schwiegersohn des Hans II;                                Kemenate II: Erhard von L├╝chau Sohn des Hans II verheiratet mit Anna NN

1420                    Verkauf an Konrad VI auf Konradsreuth, dieser verheiratet mit Margarete von Rabenstein (?), bis1464, Amtmann zu M├╝nchberg

1449/82               Friedrich Sohn des Conrad auf Hartungs und Conradsreuth, gestorben 1482

1469/92               dessen Sohn Sigmund, verstorben 1492, verheiratet mit  Barbara von Kumerau

1495 bis1540          dessen Sohn Heinz, gestorben 1540, verheiratet mit Maria von Sparneck .

Erneute Teilung A von Hartungs:

Ältere Linie

 

1548 ÔÇô 1598        Hans Alexander verheiratet mit Martha v. Feilitzsch

1604/36               Ernst Heinrich, gest. 1636

1609 bis 1667/69    Hans Adam auf Hartungs u. Leupoldsgr├╝n verheiratet mit  Maria v. Bred├Âw belehnt 1653 22.V., Heimfall

J├╝ngere Linie

1518 bis 1592  Hans Georg verheiratet mit Ursula v. Ossa 1552

danach

Hans Paulus, geb. 1561;  gest. 1620, verheiratet mit Cath.von Aufse├č

Melchior, gest. 1626, verheiratet mit Barbara v. Reitzenstein

Friedrich Weygand, gest. 1646, verh. mit Amalia von Feilitzsch

 

1561/1620       Hans Paulusgest. 1620, verh. mit  Catharina von Aufse├č; beide Hartungs j├╝ngere Linie der L├╝chau

 

15.. / 1646           Friedrich Weygand, gest. 1646, verh. mit Amalie von Feilitzsch

1649                    dessen Sohn Christoph Ernst

1609/69               Hans Adam auf Hartungs und Leupoldsgr├╝n

├ältere Linie; verh. mit Marie von Bredow belehnt am 22.5.1653, Sohn des Ernst Heinich Heimfall durch Aussterben im Mannesstamm der ├Ąlteren und j├╝ngeren Linie

1668 bis  21.6.1682 Christoph Heinrich M├╝ffling;

                             Verkauf an Wolf Christoph von Reitzenstein, Selbitz

19. 7.1669         Die Mutter des Christoph Heinrich M├╝ffling kauft Hartungs (geb. von  Reitzenstein, Witwe des Joachim M├╝ffling genannt Wei├č )

im 18.Jhrh.Gutsbesitz von Reitzenstein - Konradsreuth

durch Einheirat von Staff gelangte Hartungs an von Staff. genannt von Reitzenstein bis heute

 

 

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