Neuer AnfangSchwer war der Anfang nach 1945. Die Ereignisse in Leupoldsgrün bei Beendigung des Krieges im Jahre 1945 hat der spätere Bürgermeister von Leupoldsgrün, Johann Friedrich Fischer, als Augenzeuge miterlebt und in seiner Chronik im Jahre 1957 festgehalten. Auszüge daraus habe ich in diese Abhandlung übernommen. Zahlreiche Heimatvertriebene mussten in Leupoldsgrün und Lipperts untergebracht werden. Sie zahlten mit dem Verlust ihrer Heimat, ihrer Familie und ihres Besitzes einen hohen Preis für einen verlorenen Krieg. Nach einem schwierigen Start, wurde Leupoldsgrün für viele dieser Neubürger zu einer neuen Heimat. Da die meisten der Heimatvertriebenen Katholiken waren, stand unsere Dorfkirche für beide Konfessionen zur Verfügung. So wurde es für viele Jahre zu einer gewohnten Einrichtung, dass sich katholische und evangelische Gemeindemitglieder in unserer Dorfkirche nacheinander zum sonntäglich Gottesdienst versammelte. Im Jahre 1962 erbauten sich die katholischen Gemeindemitglieder ihre eigene Kirche. Wohnungsnot, Hunger, Arbeitslosigkeit und Schwarzhandel kennzeichneten die Nachkriegszeit. Großes Leid herrschte in vielen Familien; 106 Männer unseres Dorfes kehrten nicht aus dem 2. Weltkrieg zurück. Eine schwere Last mussten die Kriegswitwen schultern, die nun allein für den Unterhalt der Familie und die Erziehung der Kinder zu sorgen hatte. Hoffend und bangend warteten manche Bewohner jahrelang auf die Heimkehr eines Angehörigen. Der letzte Kriegsgefangene kam erst 1950 aus Rußland nach Leupoldsgrün zurück. 1949 beschloß der Gemeinderat die Reinigung des Dorfteiches, um den Bedarf an Löschwasser zu gewährleisten. Waffen und Munition, in den letzten Kriegstagen weggeworfen, kamen zum Vorschein. 1 DM betrug damals der Stundenlohn eines Arbeiters. Der Fuhrunternehmer verlangte für 1 Fuhre 8 DM In dem trockenen Sommer des Jahres 1948 versiegten in Lipperts fast sämtliche Brunnen. Der Öl- und Winkelbrunnen in Leupoldsgrün lieferten nur zeitweilig etwas Wasser. So blieb nur noch der Schwagerbrunnen der beide Gemeinden mit Wasser versorgte. Tag und Nacht eilten Einwohner mit Eimern und Fahrzeugen aller Art zum Schwagerbrunnen. Die Wasserknappheit dieses Jahres veranlaßte die Gemeinderäte den Bau einer Wasserleitung zu planen. Dieses Vorhaben konnte von den beiden Gemeinden im Jahre 1956, während der Amtszeit der Bürgermeister Haack und Thümling mit der Gründung des „Zweckverbandes Wasserleitung Leupoldsgrün-Lipperts” realisiert werden. Frau Ria Sendlmaier, geborene Haack, hat mir eine kurze Chronik ihrer Familie in Leupoldsgrün geschrieben. Wofür ich mich ausdrücklich bedanken möchte. Durch die Schaffung von Arbeitsplätzen in Leupoldsgrün, und seine Arbeit als Bürgermeister hat der Textilingenieur Georg Friedrich Haack nicht unwesentlich Einfluss auf die Entwicklung unseres Dorfes genommen. Vielen Dank für die Familiengeschichte, welche ich gerne in meine Leupoldsgrüner Geschichte(n) integriere.(siehe linke Menüleiste) Die Währungsreform leitete auch in Leupoldsgrün einen neuen Zeitabschnitt ein. In den folgenden Jahren stieg der Bedarf an Arbeitskräften stark an. Lange und anstrengende Arbeitswege gehörten der Vergangenheit an. Der eigene PKW und Firmenbusse überbrückten auch größere Entfernungen zum Arbeitsplatz problemlos. Eine rege Bautätigkeit begann. Die Straßenbezeichnung „Neue Heimat” erinnert an diese Zeit. Auf dem Löwenberg entstand der Neubau des Versandhauses und Einrichtungszentrums der seit langem im Ort ansässigen Firma Oertel & Co. Dieses aufstrebende Unternehmen machte den Namen unseres Dorfes weit über die Grenzen unserer Heimat bekannt. Die Leitung der Gemeinde lag in den Händen von Fritz Goßler, der vor 1933 und später auch nach dem 2. Weltkrieg lange Zeit als Bürgermeister unsere Gemeinde amtierte sowie viele Jahre als Gemeindeschreiber für die Gemeinde tätig war. Der Gemeinderat würdigte sein verdienstvolles Schaffen, indem eine Ortsstraße seinen Namen erhielt. Über verschiedene Ereignisse aus dem Gemeindeleben von Leupoldsgrün für die Zeit von ca. 1900 - 1955 sowie über das Schulwesen von Leupoldsgrün in den Jahren 1945 - 1956 berichtet der ehemalige Bürgermeister von Leupoldsgrün, Herr Johann Friedrich Fischer, in seiner Chronik von 1957. Diese Ausarbeitung habe ich, in Ausschnitten, dieser Seite angefügt und geringfügig überarbeitet. Unvergessen bleibt in Leupoldsgrün das Unwetter vom 6. Juli 1968. Am Nachmittag zogen dunkle Wolken auf - Gewitter, Regen, orkanartiger Sturm - der Tag wurde zur Nacht. Plötzlich prasselte der Hager hernieder. Taubeneiergroße Hagelkörner durchschlugen Fensterscheiben und Jalousien, Dachziegel und Garagentor. 10 - 15 Minuten tobten die Naturgewalten und hinterließen ein Bild der Verwüstung. Leupoldsgrün befand sich im Zentrum dieser Naturkatastrophe. Über 20 cm hoch lagen die Hagelkörner auf den Straßen und in den Gärten. Die Ernte war zum großen Teil vernichtet, tote Vögel, verendetes Wild, Bäume ohne Obst - waren die Bilanz dieses Infernos. Selbst die ältesten Dorfbewohner konnten sich an kein vergleichbares Unwetter erinnern. Durch die neuen Baugebiete in Lipperts und Leupoldsgrün wurden in den letzten Jahren viele neue Wohnhäuser errichtet. Der Kindergarten in Leupoldsgrün, der Schulverband mit Schauenstein und Helmbrechts sowie die Nähe zur Kreisstadt Hof - mit den zahlreichen weiterführenden Schulen und den beiden Universitäten - bieten in Leupoldsgrün ein positives Umfeld - auch für Familien mit Kindern. Die Ausweisung des Gewerbegebietes, direkt an der Anschlußstelle Hof/West der Bundesautobahn A9 ermöglichte die Ansiedlung mehrerer neuer Gewerbebetriebe. Diese Gewerbebetriebe schätzen vor allem die zentrale Lage von Leupoldsgrün; in unmittelbarer Nähe zu den Bundesautobahnen A9, A72, A93 und zum Verkehrsflugplatz Hof-Plauen. In der Kreisstadt Hof (10 km entfernt) bietet sich der Anschluß an das Streckennetz der Deutschen Bundesbahn. Das Wanderwegenetz in Leupoldsgrün ist sehr gut markiert. Die mehr als 18 Vereine bieten den Bürgern der Gemeinde Leupoldsgrün ein reges Vereinsleben. In der Kreisstadt Hof laden das neugebaute Theater sowie die Freiheitshalle - unter anderem mit zahlreichen live Fernsehsendungen - sowie viele ursprüngliche Kneipen zu umfangreichen kulturellen Aktivitäten ein. Wegen der Öffnung der Ostgrenze, der Wiedervereinigung Deutschlands, der unmittelbaren Nähe zur Kreisstadt Hof und den günstigen Verkehrsverbindungen, liegt Leupoldsgrün heute äußerst zentral, bei gleichzeitig ruhiger und idyllischer Wohnlage in einer typische Dorfatmosphäre. Leupoldsgrün entwickelte sich in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg bis heute zu einer modernen Landgemeinde. Stellvertretend sollen folgende Daten diesen Werdegang widerspiegeln:
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